19.09. – 25.09.2025
Manchmal braucht es gar nicht viel, um ein großes Abenteuer zu erleben – zwei Fahrräder, etwas Gepäck und eine gute Begleitung. Gemeinsam mit meiner Schwester Melanie machten wir uns auf den Weg von Thörl-Maglern nach Venedig. Rund 250 Kilometer lagen vor uns – und viele Erlebnisse, mit denen wir vorher nicht gerechnet hätten.
Von Thörl-Maglern nach San Daniele… und noch ein Stück weiter
Gegen 8 Uhr morgens starteten wir voller Vorfreude in Thörl-Maglern. Unser erstes Ziel war San Daniele, etwa 100 Kilometer entfernt. Der Großteil der Strecke führte uns auf dem wunderschönen Radweg Richtung Grado. Die Kilometer vergingen wie im Flug, und auf Höhe von Gemona bogen wir Richtung San Daniele ab.



Gegen 15 Uhr erreichten wir unser Tagesziel. Nach rund 100 Kilometern auf dem Rad hatten wir uns einen Aperol mehr als verdient. Die Stimmung war bestens – bis wir eine Unterkunft suchten. Das einzige verfügbare Zimmer in San Daniele hätte unglaubliche 300 Euro pro Person und Nacht gekostet. So schön der Ort auch war, das kam für uns nicht infrage.
Also hieß es: wieder aufs Rad. Rund 20 Kilometer südlich fanden wir schließlich ein passendes Hotel. Ehrlich gesagt war die Stimmung auf diesem zusätzlichen Abschnitt ziemlich am Boden. Nach über 100 Kilometern noch einmal weiterzufahren, kostete jede Menge Überwindung.
Am Hotel angekommen wurden wir jedoch herzlich empfangen. Der ältere Besitzer bot uns sofort an, unsere Fahrräder in seiner privaten Garage unterzustellen. Diese kleine Geste machte den anstrengenden Tag gleich viel schöner und zeigte einmal mehr, dass Gastfreundschaft oft die schönsten Erinnerungen schafft.
Mit müden Beinen nach Caorle
Der zweite Tag begann mit müden Beinen und einem schmerzenden Hintern. Nach der langen ersten Etappe war das allerdings keine Überraschung.
Unser Ziel war Caorle, etwa 60 Kilometer entfernt. Die ersten 20 Kilometer liefen erstaunlich gut. Danach machte uns die Hitze ordentlich zu schaffen. Auf den letzten 20 Kilometern waren wir gedanklich eigentlich schon längst am Strand angekommen.
Als wir schließlich Caorle erreichten, war die Freude riesig. Nach zwei Tagen im Sattel hatten wir uns eine längere Pause verdient. Deshalb blieben wir dort gleich drei Nächte.










Leider spielte das Wetter nicht ganz mit. Die letzten beiden Tage regnete es immer wieder. Trotzdem genossen wir die entspannte Atmosphäre des Küstenortes, gutes Essen und die wohlverdiente Erholung.
Regen, Sonne und das Ziel vor Augen
Am letzten Urlaubstag in Caorle führte unsere Tour weiter nach Ca’ Savio, rund 45 Kilometer entfernt. Die ersten Kilometer mussten wir noch durch den Regen fahren. Doch plötzlich verzogen sich die Wolken und wir wurden mit strahlendem Sonnenschein belohnt.
In Ca’ Savio verbrachten wir nur eine Nacht, denn das große Ziel war zum Greifen nah.
Endlich in Venedig
Am nächsten Morgen machten wir uns auf die letzten Kilometer nach Venedig. Ursprünglich wollten wir ganz gemütlich mit der normalen Fähre übersetzen. Doch dann erfuhren wir, dass Fahrräder in der Altstadt von Venedig nicht erlaubt sind. Deshalb mussten wir unterwegs auf eine Autofähre umsteigen.








Unsere Räder stellten wir schließlich in einem Bikepark in der Nähe des Bahnhofs ab. Von dort aus konnten wir Venedig zu Fuß erkunden.
Nach all den Kilometern auf dem Fahrrad war es ein besonderes Gefühl, durch die engen Gassen zu schlendern, über die vielen Brücken zu gehen und den Markusplatz endlich mit eigenen Augen zu sehen. Das Ziel unserer Reise war erreicht.
Heimreise mit Hindernissen
Am Abend fuhren wir mit den Rädern weiter nach Venedig Mestre, von wo aus wir mit dem Zug die Heimreise antreten wollten.


Doch auch zum Abschluss wartete noch ein kleines Abenteuer auf uns. Unser Zug hatte rund 25 Minuten Verspätung. In Udine hätten wir eigentlich nur sieben Minuten Zeit zum Umsteigen gehabt. Die Chancen, den Anschluss zu erreichen, standen also schlecht.
Doch manchmal braucht man einfach etwas Glück. Auch unser Anschlusszug hatte etwa 30 Minuten Verspätung. So wurde aus einem möglichen Stressmoment am Ende doch noch eine entspannte Heimreise.
Fazit
Unsere Radtour nach Venedig war weit mehr als nur eine sportliche Herausforderung. Sie war geprägt von langen Tagen im Sattel, heißen Temperaturen, Regen, müden Beinen, kleinen Rückschlägen und vielen schönen Begegnungen. Besonders die Hilfsbereitschaft der Menschen, die gemeinsame Zeit mit meiner Schwester Melanie und das Gefühl, Venedig aus eigener Kraft erreicht zu haben, werden mir noch lange in Erinnerung bleiben.
Nicht alles lief nach Plan – und genau das machte diese Reise so besonders. Denn am Ende sind es nicht die perfekten Momente, an die man sich erinnert, sondern die Geschichten, die unterwegs entstehen.